Netzwerk Nanosilber

16.03.2012

Entwarnung für den Einsatz von Nanosilber in Textilien

Neue Daten aus dem Technotox Projekt zeigen, dass aus Textilien nur sehr geringe Mengen an Nanosilberpartikel abgegebenen werden und dass diese keine schädlichen Auswirkungen auf Lungenzellen zeigen.

Das Forschungsprojekt TechnoTox, das vom Land Baden-Württemberg auf Initiative der AFBW e.V. gefördert wird, beschäftigte sich ausführlich mit der Frage, ob nanofunktionalisierte Textilien sicher für Mensch und Umwelt sind. Dabei wurden Textilien untersucht, die mit AgPURE Silber Nanopartikeln der ras materials GmbH dauerhaft antimikrobiell ausgestattet sind. Forscher des Institut für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) in Denkendorf untersuchten, welche Mengen von Nanoteilchen sich unter typischer und starker Beanspruchung aus dem textilen Material herauslösen lassen. Anschließend untersuchte ein Forscherteam der Hohenstein Institute, ob die abgegebene Partikelmenge zum Beispiel beim Einatmen Schäden an Lungenzellen verursachen könnte. Zu allen untersuchten Punkten gaben die Forscher nun Entwarnung, siehe Presseinformation der Hohenstein Institute.

Bei der in den Studien verwendeten Materialtechnologie AgPURE wird das Nanosilber nicht als Beschichtung auf die Textilien aufgebracht, sondern in die Fasern (über das Masterbatch) fest eingebunden.  Durch dieses Verfahren werden die Textilien dauerhaft und nachhaltig ausgerüstet. Auch nach 500 Wäschen verringern die so behandelten Textilien noch die Ansiedlung von Bakterien.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Bioziden schützt AgPURE dabei gezielt die Oberfläche der Textilien und wirkt nicht in die Umgebung. AgPURE stellt deshalb eine vielversprechende Textilausrüstung dar, die ein wichtiger Schritt zu nachhaltigeren Produkten in der Textilindustrie ist. 

Bedenken, dass die Hautflora durch den Einsatz silberausgestatteter Textilien beeinflusst wird, konnten von den Hohenstein Instituten in einer anderen Studie entkräftet werden. In seiner Veröffentlichung schreiben die Hohenstein Institute: „Eine Veränderung der Gesamtkeimzahl auf der Haut oder eine Verschiebung im Keimspektrum konnte ebenso nicht festgestellt werden und keine der Testpersonen zeigte dermatologische Veränderungen wie z. B. zunehmende Trockenheit oder Entzündungen.“ Die Hautflora scheint also durch die Silberausstattung nicht beeinflusst zu werden. [1]

Neben dem TechnoTox Projekt stellt die ras materials GmbH ihr AgPURE vielen weiteren Forschungsprogrammen, wie zum Beispiel UMSICHT und Silbernanopartikel/NanoCare zur Verfügung. Zudem ist AgPURE das offizielle Referenzmaterial im Rahmen des OECD-Sponsorship Programm, das sich die Untersuchung gezielt hergestellter Nanomaterialien zur Aufgabe gemacht hat. 

Insgesamt wird an 50 Forschungsstellen mit AgPURE geforscht, um verlässliche Daten zu generieren, die für eine umfassende Risikoabschätzung wichtig sind. Dies wiederum ist essentiell, da in der Öffentlichkeit oftmals ohne wissenschaftliche Grundlage Ängste vor neuen Technologien heraufbeschworen werden. Nur solide wissenschaftliche Daten können zu einer Versachlichung der Diskussion und zu einem verantwortungsvollen Umgang führen.

 

Quelle:

[1] Hoefer D., Hammer TR. (2011): Antimicrobial active clothes display no adverse effects on the ecological balance of healthy human skin microflora, ISRN Dermatol.