Netzwerk Nanosilber

15.07.2014

Ordnungsgemäß nanofunktionalisierte Textilien sind sicher

Das gerade abgeschlossene Forschungsprojekt TECHNOTOX [1] das sich mit der Entwicklung nanotechnologischer Textilien unter Minimierung der toxikologischen Risiken beschäftigte, hat festgestellt, dass von ordnungsgemäß nanofunktionalisierten Textilien keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht: Realitätsnahe Textilabriebe lieferten beim Kontakt mit Haut-, Leber-, Bindegewebs- und Immunzellen keinerlei Hinweise auf eine Schädigung oder auf Entzündungen.

Neben den zellbasierten in-vitro-Tests wurden die Abriebe der nanofunktionalisierten Textilien auch an einem eigens entwickelten Lungenmodell auf ihre Toxizität geprüft. Dabei wurde die Exposition von Lungenzellen mit nanopartikelhaltigen Aerosolen simuliert und Auswirkungen auf die Zellvitalität bestimmt. Es konnten hierbei­ für die untersuchten Silber-, Titandioxid- und Zinkoxidpartikel sowie Carbon nanotubes keine­ zellulären Auffälligkeiten im Vergleich mit den Zellen der Negativkontrolle festgestellt werden.

Standardisierte, ökotoxikologische Tests wurden auch an Bakterien und Wasserorganismen durchgeführt. Das Ergebnis der in-vitro-Zellexperimente wurde bestätigt: auch für Wasserorganismen geht von den untersuchten Nanoprodukten in realistischen Konzentrationen und Anwendungsbereichen keine akute Toxizität aus.

Bei der Prüfung der Partikelfreisetzung des Textilabriebs in die Luft wurde einerseits festgestellt, dass sich die Gesamtemission - selbst in einem worst-case-Szenario - kaum von der natürlichen Hintergrundbelastung unterscheidet und andererseits unbehandelte Textilien fast ebenso viele Nanopartikel freisetzen wie nanofunktionalisierte Textilien. Die Menge der freigesetzten Partikel ist außerdem von der Art und Qualität des nanofunktionalisierten Textils abhängig.

Die Ergebnisse des TECHNOTOX-Projektes sind ein wichtiger Schritt in Richtung sicherer Nanotextilprodukte und nützen den Endverbrauchern sowie den Unternehmen entlang der textilen Kette. 

Weitere, detaillierte Informationen über den Ablauf und über die geprüften Materialien können Sie im Journal labor&more [2] erfahren.

 

 

[1] TECHNOTOX ist die Kurzbezeichnung für den ausführlichen Titel eines Projekts namens „Entwicklung nanotechnologisch funk­tionalisierter Textilien unter Minimierung toxikologischer Risiken“. Das Projekt wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Finanzen Baden-Württemberg gefördert. Das Projektkonsortium bildete sich aus Mit­gliedern der Allianz Faserbasierter Werkstoffe Baden-Württemberg. Es setzte sich zusammen aus den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung, vertreten durch das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik in Denkendorf, dem Hohenstein Institut für Textilinnovation, vertreten durch den Fachbereich Hygiene, Umwelt & Medizin in Bönnigheim sowie Industrieunternehmen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette.­

 Kurzbericht zum Verbundforschungsvorhaben TECHNOTOX (pdf)

[2] Hammer, T. & von Arnim, V., Ordnungsgemäß nanofunktionalisierte Textilien sind sicher. Das zeigen jüngste Forschungsergebnisse. L&M 4, 2014