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Nanosilber in Medizinprodukten

  • Nanosilber in Medizinprodukten hilft Infektionen vorzubeugen

    Die Anwendung von Nanosilber in Medizinprodukten bringt große Vorteile durch seine breite Wirksamkeit gegen Krankheitserreger - sogar gegen solche, die gegen eine Vielzahl herkömmlicher Antibiotika bereits resistent sind. [1]

    Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Langzeitwirkung des Nanosilbers. Während herkömmliche Antibiotika,  z. B. aus Implantaten, oft schon kurz nach einer Operation ausgewaschen sind, kann fest eingebundenes Nanosilber auch noch Jahre nach einer Operation die Ansiedelung von Keimen an künstlichen Oberflächen im Körper verhindern.

    Erfolgreich wird Nanosilber bereits in Knochenzementen in Verbindung mit Antibiotika verwendet. Das Nanosilber unterstützt durch seine Langzeitwirkung dabei das dem Knochenzement zugesetzte Antibiotikum Gentamicin. Dadurch sinkt das Infektionsrisiko nach einer Knochenoperation erheblich. [2]

    Auch in antimikrobiellen Wundauflagen wird Nanosilber erfolgreich eingesetzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Wundinfektionen die größte Ursache von Erkrankungen und Todesfällen bei Verbrennungen. Bei Verbrennungen der Haut wird die schützende Hautbarriere unterbrochen und  die Haut ist besonders anfällig für die Ansiedelung von Bakterien und damit für Wundinfektionen. In diesem Bereich hat die Behandlung mit Silber-Agenzien die Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate signifikant reduziert. [3] [4] 

    Weitere Anwendungen für antimikrobiell ausgestattete Medizinprodukte :

    • Orthopädische Implantate [1]
    • Nahtmaterial [1]
    • Knochenplatten und Schrauben [2]
    • Neurochirurgische Shunts [5]
    • urologische Katheter [5]

    Weitere mit Nanosilber ausgerüstete Produkte könnten künftig eine große Rolle bei der Prävention von Krankenhausinfektionen spielen. Von der Oberflächendesinfektion bis zur medizinischen Gerätetechnik - es gibt noch eine Vielzahl weiterer denkbarer Anwendungen. Über Aktivitäten/Möglichkeiten informieren wir Sie gerne.

    Kommen Sie mit uns ins Gespräch.

    Literatur:

    1) R. Fries et al, NanoTrustDossiers. 2009, 10, 1-6.

    2) H-D. Lemke 2013, Vortrag "Nanosilberpartikel"

    3) J. Jain et al., molecular pharmaceutics 2009, Vol.6 (5), 1388-1401.

    4) J. Fong & F. Wood, Int. J. Nanomedicine 2006, Vol. 1(4) 441-449.

    5) K. Chaloupka et al., Trends Biotechnol. 2010, Vol. 28(11): 580-88.

    6) Allianz Deutschland AG (Hrsg.), Report "Krank im Krankenhaus; Resistente Erreger - eine schleichende Gefahr für Mensch und Gesundheitssysteme"

    7) LGL Bayern: Krankenhausinfektionen 
    8) A. Kramer et al., Hyg. Med. 2010  Vol. 35 (12): 476-478
    9) Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 8: Nosokomiale Infektionen 

  • Multiresistente Keime

    Während bakterielle Infektionen früher durch Antibiotika in der Regel kontrollierbar waren, hat der übermäßige und unsachgemäße Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier in den vergangenen Jahrzenten zur Entstehung von Resistenzen geführt. [6] 

    Insbesondere die gegen viele Antibiotika resistenten Bakterienstämme von Staphylococcus aureus (MRSA, Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) werden weltweit zunehmend zum Problem.

    Krankenhausinfektionen

    Insgesamt kann aufgrund von Hochrechnungen von etwa 500.000 bis 800.000 Fällen nosokomialer Infektionen im Jahr in Deutschland ausgegangen werden. Der Anteil der vermeidbaren Krankenhausinfektionen wird dabei auf ca. 20 bis 30 % geschätzt. [7] 

    Die wichtigsten nosokomialen (im Krankenhaus erworbenen) Infektionen sind dabei Harnwegsinfektionen durch Harnwegskatheter, Atemwegsinfektionen und postoperative Wundinfektionen. Die Prävention erfolgt über verschiedene Ansatzpunkte. Ein neues und wichtiges Standbein kann hierbei die antimikrobielle Ausrüstung von Medizinprodukten und Gebrauchsgegenständen mit Nanosilber werden [5]. Daneben werden jedoch die klassischen Hygienemaßnahmen unverändert essentiell bleiben [8]. Beispiele hierfür sind neben Händedesinfektion vor allem auch die Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Instrumenten und die Desinfektion der Umgebung von Patienten. Aufgrund des wachsenden Durchschnittsalters der Bevölkerung und des zunehmenden Problems der multiresistenten Keime wird erwartet, dass die Häufigkeit von Krankenhausinfektionen in Zukunft noch zunehmen wird. [9]