Netzwerk Nanosilber

Anwendung von Nanosilber als Arzneimittel

  • 120 Jahre im Einsatz für die Gesundheit

    Von der Heilwirkung des Silbers wusste man schon in der Antike. Im 19. Jahrhundert, Jahrzehnte vor der Entdeckung der Antibiotika, verwendeten Ärzte Silber im Nanomaßstab unter dem Handelsnamen Collargol zur Bekämpfung akuter und chronischer Eiterungen in der Chirurgie und Gynäkologie [1]. Der Wirkstoff hieß Kolloidales Silber, die Bezeichnung “Nanosilber” gab es noch nicht. Das Präparat enthielt Silber in der Größenordnung von 10-20 nm [2].

    Weitere, historische Anwendungsbeispiele als Arzneimittel:

    • Gastrarctin N zur Verdauungsregulierung
    • Mesosilber
    • Protargol

    Der Einsatz diente z.B. zur Verbesserung der Wundheilung oder zur Eindämmung von Entzündungen [3]. Signifikante Probleme und Nebenwirkungen sind aus dem historischen Einsatz von nanoskaligem Silber nicht bekannt. Mit dem Aufkommen der Antibiotika wurde nanoskaliges Silber als Arzneimittel verdrängt. 

    Wie bei allen Arzneimitteln, ist nur ein gezielter Einsatz von Nanosilber unter Beachtung der richtigen Dosis zu befürworten. So gibt es beispielsweise eine alternativ-medizinische Szene, die eine tägliche Einnahme von kolloidalem Silber in einer sehr geringen Konzentration von weniger als 10 ppm (parts per million= Teile pro Million, 10 µg/mL) zur Erkrankungsprophylaxe empfiehlt [4]. Im Gegenzug dazu wird Gastrarctin gegen Gastritis in einer Konzentration von 2500 ppm (2.500 µg/mL) eingenommen. Es gilt zu bedenken, dass bei allen Arzneimitteln ein therapeutisches Fenster besteht, bei dem der Vorteil die Nebenwirkungen überwiegt.

    Wissenschaftliche Studien untersuchen Effekte von Nanosilber auf Zellkulturen und in Tierversuchen [5]. In seltenen Fällen tritt beim Menschen bei langzeit-hoher Silberaufnahme das Krankheitsbild der Argyrie auf (siehe Informationen rechts). Ein gezielter, wohl-dosierter Einsatz von Nanosilber allerdings kann therapeutischen Nutzen haben.

    Literatur:

    1) K. Boese, Dtsch. Z. Chir. 1921, 163 (1-2), 62–84.

    2) H. Bechhold, Z. Chem u. Ind. Kolloide 1907, 2 (1),3-9.

    3) K. Chaloupka, Trends Biotechnol. 2010, 28(11): 580-88.

    4) J. Pies, Immun mit kolloidalem Silber, VAK Verlags GmbH. 2012, 49-55.

    5) M. Ahamed, Clin. Chim. Acta 2010, 411, 1841-1848.

    6) R. Fries, et al. NanoTrustDossiers. 2009,10,1-6.

    7) M. Auffan et al. Nat Nanotechnol.2009,4, 634-641.

    8) J.Lyklema, Bulletin of polish academy of sciences, technical sciences. 2005,52(4).

  • Historische Benennung

    Kolloidales Silber und Nanosilber

    Kolloid: Teilchen, die in einem anderen Stoff fein verteilt und typischerweise 1 nm bis 1 μm groß sind [7].

    Nanopartikel:Teilchen in der Größenordnung von 1-100 nm, die Funktionsveränderungen gegenüber dem größerskaligen Material aufweisen.

    Alle Nanopartikel sind somit kleine kolloidale Partikel, aber nicht alle kleinen kolloidalen Partikel sind Nanopartikel [8].

    Argyria und Argyrose

    Kosmetische Veränderung ohne resultierende gesundheitliche Langzeiteffekte

    Es handelt sich um eine seltene, gesundheitliche Beeinträchtigung des Menschen durch erhebliche Langzeit- Silberbelastung. Dabei treten permanente blau-graue Verfärbung der Haut und Nägeln (Argyria) sowie von Augen, Schleimhäuten und inneren Organen (Argyrose) auf [6]. Gesundheitliche Langzeiteffekte resultieren allerdings nicht.